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Agroforstwirtschaft für Biodiversität und Klimaschutz: eine kulturelle und landwirtschaftliche Ergänzung zum ökologischen Landbau
€45.00 (inkl. MwSt.)
Specifiche
| Unterricht | 1 |
|---|---|
| Dauer | 20 Minuten |
| Typologie |
In stock
DESCRIZIONE
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Descripción
Die Grenzen des Input-Output-Ansatzes
Der ökologische Landbau, der sich darauf beschränkt, synthetische Betriebsmittel durch natürliche zu ersetzen, ist nur ein erster Schritt, der nicht ausreicht, um die Probleme des ökologischen Gleichgewichts zu lösen. Wer sich dem biologischen Weinbau nähert, muss die Komplexität des Ökosystems und die daraus resultierenden Wechselwirkungen berücksichtigen. Unter den verschiedenen Formen der nachhaltigen Landwirtschaft, von der regenerativen Landwirtschaft über die Biodynamik bis hin zur Permakultur und Agrarökologie, zeichnet sich die Agroforstwirtschaft als eine Praxis aus, die den traditionellen biologischen Ansatz integrieren und verstärken kann.
Der Beitrag der SATA-Gruppe und das Biopass-Protokoll
Die SATA-Gruppe hat jahrelange Forschungsarbeit in die Entwicklung von Protokollen zur Förderung der Nachhaltigkeit im Weinbau investiert und sich dabei mit wichtigen Themen wie CO2-Fußabdruck, Kohlenstoffbindung und Minderung extremer Wetterereignisse befasst. Besonderes Augenmerk wurde auf die Biodiversität des Bodens gelegt, und zwar mithilfe des Biopass-Protokolls, das entwickelt wurde, um die Dynamik mikrobieller Populationen zu messen und zu verstehen. Die Analyse von rund tausend Standorten hat den starken Zusammenhang zwischen der Biodiversität des Bodens, dem Gleichgewicht der Pflanzenproduktion und der Qualität des Endprodukts gezeigt. Die Arbeit nach strengen biologischen Protokollen ist eine grundlegende Schule, die von den Betreibern mehr Vorbereitung, Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe erfordert, was sich in einer größeren beruflichen Zufriedenheit niederschlägt.
Biodiversität als Bestandteil des Terroirs
Der Weinbau ist kulturell auf die Integration in die Landschaft ausgerichtet, da die Landschaft selbst Teil der Identität des Produkts und der Beziehung zwischen Winzer und Verbraucher ist. Es ist an der Zeit, die Biodiversität in die Definition des Terroirs aufzunehmen und sie als das fehlende Glied in der traditionellen Wechselwirkung zwischen Kultur, Genetik, Boden und Klima anzuerkennen. Pflanzen interagieren miteinander über hormonelle Botschaften, Wurzelkontakte und Mykorrhiza-Netzwerke, die ein territoriales Kommunikationssystem bilden. Diese Vernetzung beeinflusst direkt die qualitativen Eigenschaften und die Charakterisierung des Endprodukts.
Konkrete Erfahrungen mit der Agroforstwirtschaft im Weinbau
Während die Agroforstwirtschaft bei tropischen Kulturen wie Kaffee bereits etabliert ist, entstehen in Europa und Italien derzeit bedeutende Projekte. In den Marken, im Hinterland von Fermo unterhalb der Sibillini-Berge, wurde eines der ehrgeizigsten Projekte Italiens mit der Anpflanzung von 200 Wald- und Obstbäumen pro Hektar realisiert, eine Zahl, die über den Standardempfehlungen liegt, aber für eine adaptive Bewirtschaftung des Baumkronendachs sinnvoll ist. Der Weinberg wurde innerhalb des bereits bestehenden Baumbestandes mit einer Pflanzdichte von 3000 Rebstöcken pro Hektar angelegt, was viel Raum für Interaktion lässt. Die Baumarten wurden aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften und ihrer Lage am Hang ausgewählt, was eine parzellenweise Weinbereitung ermöglicht, um die spezifischen Auswirkungen zu bewerten.
In Franciacorta wurden Biodiversitätskorridore mit Sträuchern angelegt, die direkt in den Weinbergen gepflanzt wurden, wobei forstwirtschaftliche Kriterien befolgt wurden, um die Besiedlung und die Wanderung der Fauna zu fördern. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Temperaturregulierung und das Wassermanagement durch tiefe Wurzelsysteme, sondern schaffen auch ökologische Allianzen, die durch Raubtierverhalten und Territorialkämpfe für eine geringe Umweltbelastung sorgen.
Operativer Ansatz und Zukunftsaussichten
Die Umsetzung von Agroforstprojekten erfordert die Zusammenarbeit mit Fachleuten und Universitäten. Die operativen Phasen umfassen botanische Untersuchungen zu wildwachsenden und einheimischen Arten, die Auswahl von Arten mit vorhersagbaren Profilen für die zukünftige Klimaanpassung und den Ausschluss von Pflanzen, die gefährliche Krankheitserreger beherbergen. Die Maßnahmen können je nach den Möglichkeiten des Betriebs angepasst werden, von Hecken entlang der Grundstücksgrenzen über die Integration von mit der Bewirtschaftung kompatiblen Sträuchern bis hin zur Aufzucht von Bäumen innerhalb des Weinbergs, mit dem Ziel, reproduzierbare und kontextbezogene Modelle zu schaffen.
Der in diesem Video wiedergegebene Bericht wurde während des Enoforum BIO 2025 vorgestellt (Online | Präsenzveranstaltung: Piacenza, 24. Oktober 2025).